Sofie Platt
Die Sehnsucht einer Großmutter
Biografie
2008.
336 Seiten.
Paperback.
€ 18,00 (D).
ISBN 978-3-8301-1105-4.
336 Seiten.
Paperback.
€ 18,00 (D).
ISBN 978-3-8301-1105-4.
Kaum konnte Sofie Platt lesen, war sie auch schon davon fasziniert. Sie konnte sich bildlich alles so gut vorstellen, es war wie ein Film, es war eine andere Welt. Eine gute oder eine böse, immer aber eine faszinierende Welt. Je älter Sofie Platt wurde, desto weniger konnte sie ihrem Lieblingshobby nachgehen. Ehe, Kinder, Haushalt und Beruf nahmen sie zu sehr in Anspruch. Doch immer wieder machte sie sich zwischendurch Notizen und als sie in Rente ging, war endlich die Zeit gekommen, ihre eigene Fähigkeit zum Schreiben unter Beweis zu stellen. Entstanden ist ein Buch über Großeltern, drei Enkelkinder, über Freundlichkeit, über Herzlichkeit, über liebevolle Betreuung, über Verantwortung, über Zuverlässigkeit, aber auch über Lieblosigkeit, über Rücksichtslosigkeit, über Zusammengehörigkeit und Spannungen in der Familie und der Sehnsucht der Großmutter, möglichst viel Zeit mit ihren Enkelkindern zu verbringen.
Auszug aus »Die Sehnsucht einer Großmutter«
Seite 33:
... Als alle wieder da waren, saß er eingewickelt in einer großen Decke auf der Bank. Der Opa war eigentlich für sein hohes Alter noch sehr rüstig, aber jetzt, eingewickelt in eine Decke auf der Bank, sah er wirklich wie ein Häuflein Elend aus. Hilflos, verdattert und herzerweichend wußte er gar nicht, wie ihm geschah und wie ihm das passieren konnte.
Sein Anzug und seine Unterwäsche lagen ausgebreitet zum Trocknen im Gras. Sein Strohhut schwamm noch auf dem Wasser.
Seite 38:
... Einen Tag vorher nämlich besichtigten wir den angrenzenden Speicher, in dem allerlei Holzbestände von der Schreinerei waren, unter anderem auch ein nagelneuer Holzsarg, der auf Holzblöcken abgestellt war. Er sah abholbereit aus. Der ganze Raum wirkte dadurch unheimlich, und das Zimmer von Tomi befand sich direkt daneben. Es trennte sie nur eine alte, knarrige Holztüre. Er wußte im ersten Moment wirklich nicht, wo die Gefahr herkam, deshalb diese kämpferische Bereitschaft von ihm.


