78 Seiten mit s/w-Zeichnungen
Paperback
€ 9,80 (D)
ISBN 978-3-8301-9865-9
R.G.Fischer Verlag
Die gute Mutter geht zum Fenster und macht es auf, Herr Henne am Fenster, im Fliederbeerbusch, sitzen unterm Holderbusch, was haben denn die Hühner, Fliederbeeren unten schon weg, ganz verdattert, murmelt eine Entschuldigung, da hat das Schwein die Ohren gespitzt.
Die Autorin über das Buch:
Die Kirche nervt besonders. Das kann man bei all meinen Romanen deutlich merken.
Der Roman ist die Fortsetzung von »Steinberge« und spielt vom Herbst 1944 bis 6. Mai 1945. »Ein Spitzen- und Spitzelroman«.
Die Verschreibungen sind Absicht.
Ich bin top secret, was Aktuelleres als mich gibt es nicht.
64 Seiten mit 18 s/w-Zeichnungen
Paperback
€ 9,80 (D)
ISBN 978-3-8301-9873-4
R.G.Fischer Verlag
Zwei Steinstufen in die Waschküche im Keller, Steinbalustrade, freitags Badetag, immer nach der Wäsche, unter dem Waschzuber war ein Ofen, nach der Wäsche Nella und Susi rein in die Lauge, Dampf, nicht so lange, zuerst mit dem Zeh, wenn zu heiß, kaltes Wasser dazu, aber nicht so viel, Vorsicht glitschig, am Holzrand festhalten, Hand am Rand beim Raussteigen, nicht so schreien, nicht so doll, mit geknülltem Handtuch den Rücken rubbeln, Gesicht, Hände, beim Abwaschen hinstellen und festhalten. Schrubbt den Waschbottich aus!
Liebe Leserinnen und Leser,
der Roman ist die Fortsetzung von »Die Bombe stand am Himmel« und spielt vom Winter 1942 bis Herbst 1944. Der letzte Satz von »Die Bombe stand am Himmel« ist hier die erste Überschrift.
152 Seiten
Paperback
€ 9,80 (D)
ISBN 978-3-89950-470-5
edition fischer
nellatraum
»nella fährt mit dem auto auf einer hochgelegenen straße, rechts und links sumpf, in ein dorf, das dorf gab sich den anschein, als hätte es ein schützenfest, doch je näher nella kam, desto weniger war da los.«
Liebe Leserinnen und Leser,
dieser Gegenwartsroman hat eine Gestalt, die Gestalt einer Zunge.
Ich bin die Frau Zunge und verteile Zungenschläge.
Ich sehe ein, dass ich noch fleißiger die Einzelheiten hätte beschreiben müssen, – trotzdem wünsche ich Ihnen viel Unterhaltung.
Ich bin ein besonderer Detektiv für das Unausgesprochene und steche immer noch mal extra in das Unausgesprochene hinein.
EIN GEGENWARTSROMAN.
Die Verschreibungen sind Absicht.
160 Seiten
Paperback
€ 12,90 (D)
ISBN 978-3-89950-254-1
edition fischer
»Das Besondere, das was schmeckt, ist das Schräge in meiner Schreibweise.«
»Ich treffe nie das Ziel, sondern lande immer daneben.«
»Die Mädchen sollen schtricken lernen, sie kämpfen um den besten Platz bei der Lehrerin, an ihrem Busen.«
»Die Strickliesel aus dem Osten sollte noch mal das Lied Heimat deine Sterne singen: Haimat daine Steherne.«
Die Verschreibungen sind Absicht.
112 Seiten
Paperback
€ 9,80 (D)
ISBN 978-3-89950-088-2
edition fischer
Es ist der Roman eines vierjährigen Kindes in der Karre.
Das Kind macht große Quantensprünge in der Phantasie. Jeder Gedanke wird in der Mitte einmal durchgebrochen.
»Am Schloß vorbei – die Kanalstraße entlang – Hubbelpflaster – Steinbuckel – Ketten – Wasserläufe – Wache – Wachhäuschen – Wachablösung – ein Soldat neben dem Wachhäuschen – und in den Kindergarten.«
82 Seiten
Paperback
€ 9,90 (D)
ISBN 978-3-89950-003-5
edition fischer
Der Roman spielt im Amerika der fünfziger Jahre, in Connecticut. Eine junge Frau lebt in der männlichen Konkurrenzwelt auf drei Ebenen: in der Ehe hinter Glas, in einem Dionysos-Chor und einer Co-Gruppe.
56 Seiten
Paperback
€ 9,90 (D)
ISBN 978-3-935895-28-6
edition fischer
Vom Beginn bis zur Mitte des Romans erlebt ein Kind während der Besuche bei der Großmutter in Hamburg eine Katastrophe, die immer näher rückt.
Großbürgerliches Interieur, Birnenkompott auf dem Smyrna, Hilfe in der Kellerküche, Gespräche mit dem Nachbarjungen oder mit der alten Frau Bode, vor allem aber der zunehmende Bombenalarm zeigen die Bedrohung.
Die sechsjährige Nella schließt abends Wetten mit sich ab, ob es heute wieder Alarm gibt.
Das Ende des Romans ist eine Zugfahrt aus der Gefahr heraus, über Hannover in das Weserbergland.
Der Roman ist aus der Sicht des Kindes geschrieben, oder noch eher aus dem Hören des Kindes. Es hört die Stimmen der Erwachsenen über ihm, die Stimmen der Mutter, Großmutter, der alten Frau Bode.

Textbeitrag von Sigrid Bernstein aus der Anthologie »Collection deutscher Erzähler, Band 4«, 2005, erschienen ebenfalls im R.G. Fischer Verlag:
Tagebuchnotizen
13.10.2003 nach frankfurt, am 11.10.2003 göttingen, nach hannover die ersten berge, marienburg, dann tunnel, keine ginka, keine anne duden, keine yoko.
in eine stadt eintauchen, skyline, restaurant, frankfurt, eine frau, die in einer großbank arbeitet, sagt n per handy, wie zum goethehaus.
um 12.00 aus dem zug ins wc-zentrum, zugschaffner mit goldenen tressen wie kellner, getönte scheiben, sonne, abends gelb.
ein riesenhafter stalin, die nächste generation wird im kommunismus leben, man hats ja gesehen.
ein großer luther wirbt für einen lutherfilm. katharina von bora war gleich dabei.
formalitäten erledigt.
zum stand 1 stunde, in weiß, rotes gesicht.
wieder mal viel zu dick angezogen, das letzte mal im sommerkleid mit dicken klunkern.
laugenstange mit salami euro 2,70, auf einem würfel sitzen.
dichterstammtisch, eine frau las was von liebe und dass körpernähe ängste vertreibt. ein schweizer lobte den mauerfall, ein dicker mann mit in die hüfte gestemmten armen hörte zu.
sachertorte, eine frau wiedergetroffen. frauen mit skateroller, schwarzen hosen und jacken, auf dem rückweg sang jemand und plötzlich kein streß mehr.
30.3.2004 nh-hotel, orange, gelb, rot, blau, silber, rot, läufer auf der auslegeware, 50er lampen, steckschlüssel.
rot-schwarz karierte teppichauslage, ein läufer in die teppichauslage eingearbeitet.
der eingearbeitete läufer blau-schwarz quer gestreift, lampen mit rippen, im fernsehen ein glas grüner sekt und welcome siegrid schultz mit ie, minibar mit preis, die bettdecke gelb mit rotem kleinem muster und rotem rand, die gardinen gelb und kleines muster, ein unerhebliches bild auf weißer wand.
oase in der wüste, draußen autobahn, im bad weißer und brauner marmor, ein großer schreibtisch, schwarzer lederliegesessel, schwarzer schreibtischsessel, oho. 1 flasche vittel euro 2,–, schwarze ledergarnituren und wirtschaftszeitungen in der empfangshalle, ein junger mann neben n, gelangweilt, wollte wohl abenteuer, als n zum frühstück ging, stand er auch auf.
müsli, kaffee, nischen, frauen, frau fischer, quarks, obst, rosinen, milch, frau mit staubsauger, zweiteiler in weiß, schöne frau, gestern gelesen, am stand. eine frau über ihr leid gelesen, eine andere über einen bombenangriff und weinte, getröstet, dann ein langweiler mit moses als sciencefictiongeschichte, n diesmal gelassener, frau fischer fotografiert, 3 hallen, tropenklima, frühling, schon wärmer, leipziger buchmesse 04.
Textbeitrag von Sigrid Bernstein aus der Anthologie »Collection deutscher Erzähler 2009«, erschienen ebenfalls im R.G. Fischer Verlag:
Tagebuchnotizen 2
nach berlin am 29.2.2008. 7:32 uhr, gleis 11,
altonaer bahnhof, am bahnhof wohnen,
begeben sie sich direkt dorthin.
zu, aus, aus, zu, zweimal umgeschlossen,
heizungen aus, wasserhahn zu, still im zug.
In berlin hauptbahnhof, 9:44 uhr, tief.
sonne, wie nach frankfurt. jetzt durch
mecklenburg, durch ludwigslust, das letzte mal die
strecke mit frau h und mobil, otto, verhör und
anerkennung. Auch f erinnert sich, mit n einmal
geburtstag gefeiert zu haben in ludwigslust.
bei günter grass ist hamburg hanseatisch, die alster.
hamburg messestadt.
bananen im korb für ginka.
studenten und freaks; nicht nur mit knopf im ohr.
unsichere wohnung, gut geschlafen, sieben stunden.
zug saust ab vom hauptbahnhof.
dann berlin-spandau (schbandau), berliner
schaffnerin. ice blau, tiefstaak, schornsteine,
blauer himmel.
mit tischchen, amsel sang.
nebel auf den wiesen.
häuserblocks rosa beleuchtet, schatten.
hauch grün die bäume.
vattenfall hat abgesagt.
lesen auf der sternwarte.
»so ein bisschen bildung ziert den ganzen
menschen«, soll von heine sein.
n hat immer mehrere mütter.
sonnenstrahlen durch den nebel.
das wird ein schöner tag, lindgrün, hellblau.
st, st, st, keine schilder erkennen.
wir sind schon in boizenburg, brahlstorf, – fährt
langsam durch das land.
zum genießen.
pritzier.
goldener feldrand, der zug singt, gleitet, holpert,
mistel.
jetzt wieder schnelle fahrt.
ludwigslust, kanalstraße, streifenwolken,
cumuluswolken, und vorbei, mit frau h durch
ludwigslust, halb geschlossene augen, langeweile
und begeisterung fehlanzeige.
es bewölkt sich.
wittenbergen,
die mauer, ja, die ist weg.
grün getönte scheiben.
proust gelesen.
die ersten windräder.
spreewald, brandenburg, weiße flecken auf der landkarte.
das nächste mal wannsee, glienicke, potsdam.
schwan.
neustadt.
bald spandau.
der bahnhof wie frankfurter buchmesse.
zwei aufgänge hoch zum ausgang washingtonplatz.
dann richtung friedrichstraße an der charité vorbei.
da ist friedrichstraße, die alte s-bahn fährt noch,
gelb, rot,
ausgang ost.
sieh und staune, die mauer ist weg.
ein kaffee, richtung museumsinsel.
als diakonin in den 70er-jahren in berlin gewesen,
als schriftstellerin wieder in berlin.
zufriedene gesichter, das hätten wir geschafft,
und ob sich der punker nicht n friseur leisten kann.
früher aussteigen am bahnhof zoo und über den
kurfürstendamm zu b.
jetzt hauptbahnhof.
amerikaner.
studenten wandern zur museumsinsel.
falsche auskunft, alte nationalgalerie, franz von
scorbino nicht gefunden.
in der sonne sitzen, bänke, spatzen füttern.
bagle und company.
die alten straßenbahnen.
endlich gefunden: amrit.
friedrichstraße runter, über die brücke, rechts
rein in die oranienburger straße.
ein zahmer star, in der sonne sitzen.
indische restaurants, buden, postkarten.
hinterhäuser, sonne.
im amrit alles gold.
auftanken.
hier war alles ost, sagt eine frau genervt, alles war hier ost.
goldener buddha vor dem fenster.
elefanten.
in berlin ist immer alles weiter, als n denkt. sie ist
schon einmal vom zoo zum brandenburger tor
gelaufen in einer pause zwischen zwei chorproben.
und rechtzeitig sein.
philodendronblätter wohl aus plastik, auch das gelb?
blaue vase.
diskomusik, goldene siegesgöttin.
dann ist franz von scorbino »berlin
gendarmenmarkt« in der neuen nationalgalerie
am potsdamer platz.
von ginka zurück tucholskystraße rechts,
torstraße, chausseestraße, hannoversche straße,
invalidenstraße, bahnhof gleis 6, 21:18 Uhr, ice
1504 zwischen d und e.
bis hamburg-altona.
ein schicker bahnhof, ähnlich wie leipzig, aber größer.
auf dem bahnsteig 1 zug nach güstrow.
auf der rückfahrt zwei frauen, die sich
selbstverwirklichen wollen.
berlin, die stadt der verwandlung.















